„Erbschaftsfundraising ist toll“ – Image unserer Arbeit

„Du arbeitest als Erbschaftsfundraiserin? Das ist ja toll.“

Den Satz habe ich tatsächlich einmal gehört, in 16 Jahren.
Noch immer wird von uns moralische Rechtfertigung verlangt – intern, wie öffentlich.
Wie wir das ändern, erfährst Du hier.

„Der Tod gehört zum Leben. Und keiner kann etwas mitnehmen.“
Lothar Schulz brachte es an der Fundraising Akademie auf den Punkt. Während das Großspendenfundraising selten moralische Bedenken auslöst, berührt das Nachlassfundraising zwei Tabus: Sterben und Erben. Um Skepsis zu begegnen, ist ein klarer ethischer Standpunkt sinnvoll. Dieser sollte von der Organisation getragen und von den handelnden Menschen gelebt werden.

Daher lautet der erste Tipp:
Entwickle ethische Leitlinien als organisationsinterne Basis des Nachlassfundraisings. Bespreche sie mit Kollegen*innen und Vorgesetzten. Ein Vorstandsbeschluss gibt diesen Leitlinien formale Verbindlichkeit.

  1. Generelle Leitlinien im Nachlassfundraising sind:
    • Niemand wird gedrängt, die Organisation in seinem Testament aufzunehmen.
    • Wir bedienen uns keiner Werbetechniken, Vorgehensweisen oder Formulierungen, die aufdringlich wirken und im allgemeinen Sprachgebrauch als Druck bezeichnet werden können.
    • Wir nutzen keine psychischen oder physischen Notlagen von Menschen aus, um ein Vermächtnis oder eine Erbschaft zu erhalten.
    • Wir empfehlen, fachjuristischen Rat bei der Testamentserstellung.
    • Konkurrierende Organisationen werden bei dem/der Testierenden nicht abgewertet.
    • Wir mischen uns nicht in familiäre Konflikte ein.
    • Grundsätzlich wahren wir in unserer Arbeit den gesetzlichen Datenschutz.
    • Zweckbindungen und Auflagen beachten wir streng.
  1. Für die Alltagsarbeit hier weitere Tipps:
    • Nur, wer Dein Info-Material (z.B. die Testamentsbroschüre) anfordert, erhält es.
    • Wer angibt, kein Interesse an einer Testamentsregelung zu haben, wird zu dem Thema auch nicht (mehr) angesprochen.
    • Lade zu Deinen Online- oder Präsenzveranstaltungen Deine Kollegen*innen und Vorgesetzten ein. So merken sie, dass Du Deine Arbeit transparent machst.
    • Sammle positive Response. Dies kann z.B. die Dank-Email einer Spenderin sein, die sich von der Nachlassfundraiserin gut informiert fühlte.
    • Veröffentliche Beispiele, die zeigen, was mit Geldern aus Nachlässen bewirkt wurde.
    • Veröffentliche Testimonials von Personen (mit deren schriftlichem Einverständnis), die Deine Organisation in ihrem letzten Willen bedacht haben.

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